Sanierungsmanagement Tackenberg
Homestory Dirk Nagel – Ein Haus im Wandel in Oberhausen-Tackenberg
Im Rahmen des Projekts Prima. Klima. Tackenberg. gibt Dirk Nagel Einblick in die energetische Entwicklung seines Wohnhauses im Stadtteil Oberhausen-Tackenberg. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1904 und wurde in einer Bauweise errichtet, die aus heutiger Sicht zahlreiche Herausforderungen mit sich bringt: fehlendes Fundament, teilweise Unterkellerung, keine Horizontalsperre und direkt ins Erdreich gesetzte Außenwände. Feuchtigkeit und hohe Energieverluste begleiteten das Haus über Jahrzehnte.
Bereits 1992 ließ Herr Nagel das Gebäude erstmals umfassend sanieren. Elektrik, Leitungen, Böden und Fenster wurden erneuert, das Dach jedoch zunächst belassen. Ab 2013 folgten weitere notwendige Maßnahmen: Eine neue Dämmung, der Ausbau des Spitzbodens, später ein komplett neues Dach mit moderner Dämmtechnik sowie gedämmte und verkleidete Giebelwände. Auch statische Probleme machten einen Austausch der Holzbalkendecke erforderlich, während das Haus weiterhin bewohnt war.
Besonders problematisch war die mangelhafte Ableitung von Regenwasser. Unsachgemäß angeschlossene Fallrohre führten dazu, dass Niederschlagswasser direkt ins Erdreich und damit ins Mauerwerk gelangte. Die Folge waren massive Feuchteschäden im Keller. Die Außenbereiche wurden daraufhin geöffnet, fachgerecht abgedichtet und mit einer bewusst dünnen Außendämmung versehen, um das Raumklima nicht zusätzlich zu verschlechtern.
Ab 2020 begann für Herrn Nagel ein neuer Abschnitt: die gezielte energetische Optimierung des Hauses. Ein klassischer Sanierungsfahrplan erwies sich für ihn als wenig hilfreich, da er die individuellen Gegebenheiten des Gebäudes und die Lebensrealität der Bewohner nicht ausreichend berücksichtigte. Stattdessen analysierte er den Energieverbrauch eigenständig mithilfe eines Smart-Home-Systems, Sensorik und detaillierter Datenauswertung.
Die Analyse zeigte, dass weniger die Fensterrahmen als vielmehr die Verglasung für Wärmeverluste verantwortlich war. Durch den Austausch der Gläser gegen hochwertige 2-fach-Verglasung mit Kryptonfüllung konnte der Wohnkomfort deutlich gesteigert werden. Parallel entwickelte Herr Nagel ein eigenes Energiekonzept aus Photovoltaik und modernen Klimageräten, die sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen genutzt werden.
Nach umfangreichen Tests mit Balkonkraftwerken installierte er schließlich eine groß dimensionierte Photovoltaikanlage mit Speicher. Im Mai 2025 ging eine Anlage mit rund 22 kWp Leistung und Notstromversorgung in Betrieb, ergänzt durch mehrere Multi-Split-Klimasysteme. Die Einbindung aller Komponenten in ein intelligentes Smart-Home-System ermöglicht eine effiziente Steuerung und Optimierung des Energieverbrauchs.
Heute ist das Haus deutlich komfortabler, wärmer und nahezu unabhängig von fossilen Energien. Die Heizkosten konnten erheblich gesenkt werden. Für Herrn Nagel zeigt sein Projekt vor allem eines: Energetische Sanierung im Altbau ist möglich, wenn sie realistisch geplant, datenbasiert umgesetzt und an die individuellen Rahmenbedingungen angepasst wird. Seine Geschichte soll Mut machen, eigene Wege zu gehen und Sanierung nicht als starres Regelwerk, sondern als durchdachten Prozess zu verstehen.
Text: Lara Walter, Projektmanagerin Klimaagentur Rhein-Ruhr
Start der Beratungsreihe in Tackenberg: Sanierung, Solarenergie, Begrünung und mehr.
Unter dem Titel „Prima.Klima.Tackenberg – Beratungsreihe 2025“ startet im Mai eine umfassende Veranstaltungsreihe für Bürgerinnen und Bürger im Quartier Tackenberg. Ziel ist es, praxisnah über Einsparpotenziale, Sanierungsmaßnahmen und Förderprogramme zu informieren – und so die Umsetzung nachhaltiger Sanierung im Quartier aktiv zu unterstützen.
Breites Themenspektrum für mehr Klimaschutz und Lebensqualität
Die Beratungsreihe wird vom lokalen Sanierungsmanagement organisiert und richtet sich an alle, die ihr Gebäude energieeffizienter gestalten, Heizkosten sparen oder einen Beitrag zum Klimaschutz leisten möchten. Ob Dach- und Fassadenbegrünung, Solarenergie und Wärmepumpe, Balkonkraftwerke, Gebäudemodernisierung oder Fördermittel beantragen – jede Veranstaltung widmet sich einem konkreten Thema und bietet fundierte Informationen sowie Raum für individuelle Fragen.
Online und vor Ort – flexibel teilnehmen
Die Beratungsformate finden teils online und teils vor Ort im Büro des Sanierungsmanagements, Ev. Apostelkirchengemeinde, Dorstener Str. 406, 46119 Oberhausen, Tackenberg, statt.
Für die digitalen Beratungstermine können Sie sich unter folgendem Link einschalten: hier
Prima. Klima. Tackenberg.
Tackenberg wird klimafit! Im Rahmen von Prima.Klima.Ruhrmetropole unterstützt das Sanierungsmanagement in den nächsten fünf Jahren Eigentümer und Mieter bei energetischen Sanierungen, nachhaltiger Wärmeplanung und Klimaanpassung. Nutzen Sie kostenlose Beratungen zu Sanierung, Energieeinsparung und Begrünung – für ein lebenswerteres Quartier!
Das Projekt
Der Stadtteil Tackenberg macht einen bedeutenden Schritt in Richtung Klimaschutz und Zukunftsfähigkeit: Im Rahmen des interkommunalen Projekts Prima.Klima.Ruhrmetropole, gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen, wurde das Sanierungsmanagement für Tackenberg ins Leben gerufen. In den nächsten fünf Jahren stehen die energetische Sanierung, eine nachhaltige Wärmeplanung und die Klimaanpassung im Fokus mit dem Ziel das Quartier lebenswerter zu gestalten.
Das Sanierungsmanagement richtet sich vor allem an Eigentümer und Eigentümerinnen älterer Gebäude, die wertvolle Unterstützung bei der Auswahl und Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen erhalten möchten. Auch Mieter und Mieterinnen können sich zu Energiesparpotenzialen, Begrünungsmaßnahmen oder Steckersolaranlagen kostenlos beraten lassen.
Kontaktdaten Sanierungsmanagement
Sanierungsmanager: Herr Christopher Seifried
E-Mail: christopher.seifried@gertec.de
Telefon: 0201 24564-73
Büro des Sanierungsmanagements: Evangelischen Apostelkirchengemeinde Tackenberg, Dorstener Str. 406
Öffnungszeiten: Mittwochs 15 - 17 Uhr nach voriger Terminvereinbarung
Kontaktdaten Stadt Oberhausen
Herr Christopher Benning
E-Mail: christopher.benning@oberhausen.de
Telefon: 0208 825-3650